Studium

Das Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft bietet sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge an.

Seit der schrittweisen Umstellung auf konsekutive Studiengänge ab dem Jahre 2008/2009 bietet das Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft nunmehr drei grundständige B.A.-Studiengänge im integrierten Studienbereich Kultur Theater Film sowie vier weiterführende M.A.-Studiengänge an. Im Einzelnen können am Institut folgende Studien aufgenommen werden:

B.A. Filmwissenschaft als Kernfach oder Beifach
B.A. Theaterwissenschaft als Kernfach oder Beifach
B.A. Kulturanthropologie/Volkskunde als Kernfach oder Beifach

M.A. Filmwissenschaft/Mediendramaturgie – Schwerpunkt Filmwissenschaft
M.A. Filmwissenschaft/Mediendramaturgie – Schwerpunkt Mediendramaturgie
M.A. Theaterwissenschaft
M.A. Kulturanthropologie/Volkskunde

Die Einrichtung des Studienbereichs trägt der Tatsache Rechnung, dass seit einigen Jahren die kulturhistorische und kulturtheoretische Erforschung des Alltags auch in der Theaterwissenschaft und Filmwissenschaft auf große Resonanz stößt, wie umgekehrt Theater und Film für kulturwissenschaftliche Fragestellungen von großer Bedeutung sind: Die turns zum Kulturellen, zum Visuellen und zum Performativen greifen ineinander und führen die drei beteiligten Disziplinen in ihrem Interesse für das Symbolische und dessen Deutung zusammen. Die Theaterwissenschaft, die historisch am stärksten ausgreift, sieht in frühesten Formen des Rituals theatrale, also ästhetisch-symbolische Verdichtungen alltäglicher Praxis, die bis in die Gegenwart nachwirken. Die Filmwissenschaft, deren Medium eines der Moderne ist, befasst sich mit der sinnlichen Wahrnehmung und dem deutenden Verstehen von ästhetischen Bildern als Elementen alltäglicher Praxis, wobei diese Praxis einem kulturellen und technischen Wandel unterliegt. Die Kulturanthropologie/Volkskunde erforscht Formen der alltäglichen kulturellen Praxis in historischer und gegenwartsbezogener Perspektive und fragt nach dem Selbstverständnis der handelnden Menschen.


Gemeinsame Lehrveranstaltungen im integrierten Studienbereich

S. Kulturtechniken

Univ.-Prof. Dr. Gabriele Schabacher

Kurzname: Kulturtechniken

Inhalt

Die Kulturtechnikforschung stellt ein aktuelles und innovatives Theorieangebot der Medien- und Kulturwissenschaften dar. Ausgangspunkt ist die provokante Annahme, dass 'Kultur' und 'Technik' nicht als getrennte Felder zu verstehen sind, sondern vielmehr 'Kultur' allererst durch technische Vollzüge und Fertigkeiten hergestellt wird.

Zu Kulturtechniken gehören deshalb symbolische Techniken der Bild-, Schrift- und Zahlbeherrschung (Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen), Körpertechniken (etwa Hygiene- und Ernährungspraktiken, Sport, Sexualität), materiale Techniken (Ackerbau, Viehzucht, Handwerk), aber auch Rituale, Trancetechniken, Disziplinarsysteme und Mobilitätspraktiken. Für die Medien- und Kulturwissenschaft bedeutet die Berücksichtigung von Kulturtechniken einige zentrale Verschiebungen: Erstens lässt sich ein operativ ausgerichteter Begriff von Medien gewinnen, der das Interesse von den Konzepten auf die Ebene von Praktiken und Operationen lenkt: So verstanden gilt die Aufmerksamkeit den vielfältigen Kulturtechniken des Schreibens und nicht dem Konzept der Schrift, den verschiedenen Kulturtechniken der Erzeugung der anthropologischen Differenz (Mensch-Maschine- und Mensch-Tier-Unterscheidung) und weniger dem Begriff des Menschen. Ebensowenig kann es die Zeit ohne Kulturtechniken der Zeitmessung oder den Raum ohne Kulturtechniken der Verräumlichung geben. Zweitens ermöglicht eine kulturtechnische Perspektive das Hinterfragen eines Verständnisses von Kultur als 'Hochkultur' und Bildung sowie, drittens, eines anthropozentrischen Kultur- und Medienverständnisses, das 'den Menschen' zum unterhinterfragten Bezugspunkt kultureller Praxis macht und Medien lediglich instrumentell versteht. Viertens kann eine kulturtechnische Perspektive der gesellschaftlichen Einbettung und Situiertheit von Praktiken in Institutionen, Infrastrukturen und Milieus Rechnung tragen, insofern sie die Netzwerke offenlegt, in denen Dinge, Personen und Zeichen interagieren.

Das Seminar stellt grundlegende Positionen der Kulturtechnikforschung sowie exemplarische Analysen vor, diskutiert daran anschließende und weiterführende Fragestellungen und erörtert die methodischen Möglichkeiten für Haus- und Examensarbeiten.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
15.10.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
22.10.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
29.10.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
05.11.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
12.11.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
19.11.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
26.11.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
03.12.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
10.12.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
17.12.2018 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
07.01.2019 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
14.01.2019 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
21.01.2019 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
28.01.2019 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
04.02.2019 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.02.2019 (Montag)14.15 - 15.45 Uhr00 461 P11
1141 - Philosophisches Seminargebäude

Semester: WiSe 2018/19